1. Start
  2. Ratgeber
  3. n8n, Make oder Zapier

n8n, Make oder Zapier: Welches Werkzeug passt?

Drei Werkzeuge, die Ihre Programme verbinden und Abläufe automatisieren. Wir vergleichen Bedienung, Preise, Serverstandort, Lizenz und KI-Funktionen und sagen, welches zu welchem Betrieb passt.

Stand: Oktober 2026Lesezeit: 10 MinutenDR Automation, Büdingen

Kurz gesagt

  • Zapier ist am leichtesten zu bedienen und verbindet laut Hersteller über 9.000 Apps. Daten liegen in den USA. Ab 19,99 US-Dollar im Monat bei jährlicher Zahlung.
  • Make bietet einen visuellen Baukasten, über 3.000 Apps und ein wählbares Rechenzentrum in der EU. Ab 9 US-Dollar im Monat bei jährlicher Zahlung für 10.000 Credits.
  • n8n kommt aus Berlin, läuft als Cloud in Frankfurt ab 20 € im Monat (jährlich) oder auf dem eigenen Server. Abgerechnet wird pro Durchlauf, nicht pro Schritt.
  • Die Community Edition von n8n ist für interne Geschäftszwecke kostenlos. Verboten ist zum Beispiel, n8n als Dienst anzubieten, in dem Kunden eigene Workflows bauen.
  • Faustregel: Zapier für den schnellen Einstieg, Make für visuelles Bauen mit EU-Rechenzentrum, n8n für lange Abläufe, hohe Mengen, sensible Daten und KI-Agenten.

n8n, Make und Zapier lösen dieselbe Aufgabe: Sie verbinden Programme, die nicht miteinander reden, und erledigen wiederkehrende Abläufe automatisch. Der Unterschied liegt darin, wie sie abrechnen, wo Ihre Daten liegen und wie viel Technik Sie selbst beherrschen müssen. Für einen kleinen Betrieb mit wenigen Abläufen ist Zapier oft der schnellste Start. Wer viele Durchläufe hat, Daten in Deutschland halten will oder KI-Agenten plant, fährt mit n8n meist günstiger und flexibler. Make liegt dazwischen. Alle Angaben sind am 1. Oktober 2026 auf den Seiten der Hersteller geprüft.

Was sind n8n, Make und Zapier?

Alle drei sind Werkzeuge für Workflow-Automatisierung. Ein Workflow besteht aus einem Auslöser (eine neue E-Mail, ein ausgefülltes Formular, ein Termin) und mehreren Schritten, die danach automatisch passieren. Ein Beispiel aus dem Alltag: Eine Anfrage kommt über das Website-Formular, die Kontaktdaten landen im Kundensystem, eine KI fasst das Anliegen zusammen, die zuständige Person bekommt eine Nachricht und der Kunde eine Eingangsbestätigung. Wie solche Abläufe in Unternehmen umgesetzt werden, zeigt unsere Seite KI-Automatisierung und Prozessautomatisierung.

Was ist n8n?

n8n ist ein Automatisierungswerkzeug der n8n GmbH aus Berlin. Workflows werden auf einer Arbeitsfläche aus Bausteinen (Nodes) zusammengesetzt; wo ein fertiger Baustein fehlt, lässt sich jede Schnittstelle per HTTP-Anfrage ansprechen oder ein Codeschritt einfügen. Laut Hersteller gibt es über 500 fertige Integrationen. Die Besonderheit: n8n lässt sich nicht nur als Cloud-Dienst mieten, sondern auch auf einem eigenen Server betreiben.

Was sind Make und Zapier?

Make (früher Integromat, heute Teil von Celonis) arbeitet ebenfalls mit einer visuellen Arbeitsfläche, auf der Module verbunden werden. Verzweigungen und Schleifen sind gut sichtbar. Zapier aus den USA führt Sie Schritt für Schritt durch den Aufbau: erst der Auslöser, dann die Aktionen. Das ist für Einsteiger am leichtesten, wird bei verschachtelten Abläufen aber unübersichtlicher.

n8n vs. Make vs. Zapier: der Vergleich

Kriteriumn8nMakeZapier
BedienungVisuelle Arbeitsfläche, Code möglich; mehr Technik nötigVisuelle Arbeitsfläche mit ModulenGeführter Aufbau Schritt für Schritt, am einfachsten
PreislogikPro Workflow-Ausführung, egal wie viele SchritteCredits: ein Credit pro Modul-Operation, KI-Module teils mehrTasks: ein Task pro erfolgreichem Aktionsschritt
Einstieg (jährliche Zahlung)Cloud Starter 20 € pro Monat, 2.500 AusführungenCore 9 US-$ pro Monat, 10.000 CreditsProfessional 19,99 US-$ pro Monat, 750 Tasks
KostenlosCommunity Edition zum Selbstbetrieb; Testphase in der CloudBis 1.000 Credits im MonatBis 100 Tasks im Monat
Selbst betreibenJaNein, nur CloudNein, nur Cloud
ServerstandortCloud in Frankfurt; selbst betrieben dort, wo Sie wollenEU oder USA, bei Anlage der Organisation zu wählenUSA (AWS)
AV-VertragJa, zum GegenzeichnenJaJa (Data Processing Addendum)
KI-FunktionenKI-Agenten-Baustein, beliebige Modelle anbindbar, auch selbst betriebeneMake AI Agents (Beta), Anbindung von OpenAI, Claude, GeminiZapier Agents, Chatbots, Copilot, Zapier MCP
Integrationen laut HerstellerÜber 500, plus jede APIÜber 3.000Über 9.000
GrenzenSelbstbetrieb verlangt Server-Wissen; einige Firmenfunktionen nur mit Business- oder Enterprise-LizenzRegion später nicht änderbar; viele Module und Schleifen verbrauchen viele CreditsLange Abläufe werden teuer; Datenhaltung laut Zapier in den USA
Stand: 01.10.2026, Preise zzgl. Steuern in der Währung der Herstellerseite. Quellen unten.

Was kostet n8n im Vergleich zu Make und Zapier?

Die Einstiegspreise sagen wenig, solange die Einheit nicht klar ist. Ein Beispiel mit Annahmen: Ein Workflow hat einen Auslöser und vier Aktionen und läuft 1.000 Mal im Monat.

  • n8n zählt jeden kompletten Durchlauf als eine Ausführung: 1.000 Ausführungen. Das passt in den Cloud-Tarif Starter (2.500 Ausführungen für 20 € bei jährlicher Zahlung).
  • Zapier zählt jede erfolgreiche Aktion als Task, den Auslöser nicht: 4.000 Tasks. Der Einstiegstarif mit 750 Tasks reicht nicht, Sie brauchen eine größere Stufe.
  • Make zählt jede Modul-Operation als Credit: rund 4.000 bis 5.000 Credits. Das passt in den Core-Tarif mit 10.000 Credits.

Je länger die Abläufe und je höher die Mengen, desto stärker spricht die Abrechnung für n8n. Bei wenigen, kurzen Abläufen ist der Unterschied gering, dann zählen Bedienung und Datenschutz mehr. Hinzu kommen bei allen drei die Kosten für KI-Modelle, falls Sie welche einbinden. Eine Übersicht über Lizenzen, KI-Nutzung und Umsetzung steht im Artikel Was kostet KI im Unternehmen?.

n8n selbst hosten: Was kostet das wirklich?

Die selbst betriebene Community Edition kostet keine Lizenzgebühr. Bezahlt werden der Server bei einem Hoster Ihrer Wahl und die Zeit für Einrichtung, Updates, Datensicherung und Überwachung. n8n selbst schreibt dazu, das Selbsthosten verlange Wissen über Server, Container und Sicherheit, und empfiehlt es nur erfahrenen Nutzern, weil Fehler zu Datenverlust, Sicherheitsproblemen und Ausfällen führen können. Wer diese Erfahrung nicht im Haus hat, nimmt die n8n Cloud oder einen Dienstleister, der den Betrieb übernimmt. Zusatzfunktionen für Firmen bietet der Business-Plan für selbst betriebene Instanzen für 667 € im Monat bei jährlicher Zahlung.

Darf ich n8n kostenlos im Unternehmen nutzen?

Ja, für interne Zwecke. n8n steht unter der Sustainable Use License. Laut Lizenztext (übersetzt) dürfen Sie die Software „nur für eigene interne Geschäftszwecke oder für nicht kommerzielle oder persönliche Zwecke“ nutzen und verändern. Der Quellcode ist offen einsehbar, die Nutzung aber eingeschränkt. Dateien mit „.ee“ im Namen, also die Enterprise-Funktionen, stehen unter einer eigenen Lizenz und brauchen einen Lizenzschlüssel. Die Lizenz-FAQ von n8n nennt konkrete Fälle:

ErlaubtNicht erlaubt
n8n einsetzen, um das eigene Geschäft zu betreibenn8n als Dienst anbieten, in dem Kunden eigene Workflows bauen
Automatisierungen für Kunden auf der eigenen Instanz bauen, solange Kunden sie nicht selbst anlegen oder ändern könnenExternen Nutzern über ein eigenes Produkt erlauben, Workflows zu bauen oder zu konfigurieren
Kunden für Erstellung, Einrichtung, Wartung, Schulung und Beratung Geld berechnenDen Code abspalten, um ein eigenes Automatisierungsprodukt zu starten
n8n im Hintergrund eines eigenen Produkts nutzen, dessen Nutzer die Automatisierungen auslösenn8n ohne Marke als eigenes Produkt weiterverkaufen (White Label)
Mehrere Instanzen der Community Edition betreibenEnterprise-Funktionen ohne Enterprise-Lizenz nutzen

Für einen typischen Betrieb heißt das: Sie dürfen n8n kostenlos auf Ihrem eigenen Server betreiben, und ein Dienstleister darf es für Sie einrichten, Workflows bauen und warten. Wer n8n dagegen als Produkt an Dritte weitergeben oder Kunden darin eigene Workflows bauen lassen will, braucht eine Vereinbarung mit n8n.

Datenschutz: Serverstandort und AV-Vertrag

Sobald ein Workflow Namen, E-Mail-Adressen oder Kundenakten verarbeitet, ist der Werkzeuganbieter Ihr Auftragsverarbeiter. Dann brauchen Sie einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung (AV-Vertrag) und sollten wissen, wo die Daten liegen.

  • n8n: Bei den Cloud-Tarifen liegen die Daten laut n8n in der EU, auf Servern in Frankfurt. Einen AV-Vertrag stellt n8n zum Gegenzeichnen bereit. Selbst betrieben entscheiden Sie über den Standort, tragen aber auch die Verantwortung für Sicherheit und Datensicherung.
  • Make: Beim Anlegen einer Organisation wählen Sie, ob die Daten in einem Rechenzentrum in der EU oder in den USA gespeichert und verarbeitet werden. Die Wahl lässt sich später nicht ändern, also gleich EU wählen. Ein AV-Vertrag ist Teil der Vertragsunterlagen.
  • Zapier: Zapier speichert Daten laut eigener Angabe auf AWS-Servern in den USA. Das Unternehmen ist nach dem EU-US Data Privacy Framework zertifiziert und bietet einen AV-Vertrag an. Eine Übermittlung in die USA ist damit möglich, sollte aber in Ihrer Datenschutzdokumentation stehen.

Vergessen Sie nicht die KI-Dienste, die Sie im Workflow anbinden: Auch der Anbieter des Sprachmodells verarbeitet die Daten und braucht einen eigenen AV-Vertrag. Schicken Sie nur die Daten durch den Ablauf, die er wirklich braucht, und dokumentieren Sie die Verarbeitung in Ihrem Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten. Bei Zweifeln hilft Ihr Datenschutzbeauftragter.

KI-Funktionen und KI-Agenten

Alle drei Werkzeuge bauen ihre KI-Funktionen aus. Zapier bietet in jedem Tarif, zumindest in einer Grundversion, Zapier Agents, Chatbots und einen Copilot, der beim Bauen hilft, dazu Zapier MCP, über das KI-Assistenten Aktionen in Ihren Apps ausführen können. Make hat Make AI Agents (noch als Beta) und bindet Modelle von OpenAI, Anthropic und Google an. n8n hat einen eigenen Baustein für KI-Agenten, in den sich beliebige Modelle einsetzen lassen, auch solche, die auf eigenen Servern laufen.

Für Agenten, die selbstständig mehrere Schritte erledigen, zählen vor allem zwei Dinge: Wie gut lässt sich nachvollziehen, was der Agent getan hat, und wo kann ein Mensch freigeben? In n8n ist jeder Schritt des Agenten auf der Arbeitsfläche sichtbar, jeder Durchlauf lässt sich im Verlauf nachprüfen, und eine Freigabe durch einen Menschen lässt sich als eigener Schritt einbauen. Was KI-Agenten in kleinen Betrieben heute schon übernehmen, zeigt der Ratgeber Was sind KI-Agenten? Beispiele aus KMU.

Passendes Angebot

Ablauf rein, passendes Werkzeug raus

Wir wählen das Werkzeug nach Ihrem Ablauf und Ihren Daten, bauen die Automatisierung, testen sie mit echten Fällen und übergeben alle Zugänge an Sie.

Zur KI-Automatisierung

n8n, Make oder Zapier: Welches passt zu Ihrem Betrieb?

Ihre LagePasst meist
Sie wollen selbst und ohne Vorkenntnisse zwei, drei Programme verbinden, mit wenigen Durchläufen, und die Speicherung in den USA ist für Ihre Daten geklärt.Zapier
Sie bauen gern selbst, mögen eine visuelle Oberfläche, haben mittlere Mengen und wollen ein Rechenzentrum in der EU, ohne einen Server zu betreiben.Make
Sie haben lange Abläufe oder hohe Mengen, sensible Daten sollen in Deutschland oder auf eigenen Servern bleiben, oder Sie planen KI-Agenten mit voller Kontrolle.n8n (Cloud in Frankfurt oder selbst betrieben)
Ihr Unternehmen arbeitet fast nur mit Microsoft 365.Zusätzlich Microsoft Power Automate prüfen
Niemand im Betrieb soll sich um Werkzeug, Updates und Fehler kümmern.Dienstleister mit Betreuung, Werkzeug nach Ablauf gewählt

Die drei sind jeweils die naheliegende Alternative zueinander. Wer eine Zapier-Alternative mit EU-Rechenzentrum sucht, landet meist bei Make; wer eine n8n-Alternative ohne Serverbetrieb sucht, ebenfalls. Typische Gründe für einen Wechsel zu n8n sind die Kosten bei hohen Mengen und der Wunsch, Daten auf eigenen Servern zu halten.

DR Automation arbeitet in Kundenprojekten mit n8n und Make, bevorzugt mit Hosting in der EU, und wählt das Werkzeug nach Ablauf, Datenlage und dem, was Ihr Team später selbst pflegen will. Was wir dabei bauen, gehört Ihnen. Mehr dazu auf der Seite KI-Automatisierung.

Häufige Fragen

Was ist n8n?

n8n ist ein Werkzeug zur Workflow-Automatisierung der n8n GmbH aus Berlin. Es verbindet Programme über fertige Bausteine oder beliebige Schnittstellen und kann KI-Modelle und KI-Agenten einbinden. n8n gibt es als Cloud-Dienst mit Servern in Frankfurt oder zum Selbstbetrieb auf eigenen Servern.

Ist n8n kostenlos?

Die Community Edition darf unter der Sustainable Use License für interne Geschäftszwecke kostenlos selbst betrieben werden. Server und Wartung kosten trotzdem Geld oder Zeit. Die Cloud-Version beginnt bei 20 € im Monat bei jährlicher Zahlung (Stand 1. Oktober 2026).

Was ist eine gute Alternative zu n8n?

Make ist die naheliegende Alternative, wenn Sie keinen Server betreiben wollen und trotzdem ein Rechenzentrum in der EU brauchen. Zapier ist einfacher, speichert Daten aber in den USA und wird bei langen Abläufen teurer. In einer reinen Microsoft-365-Umgebung lohnt ein Blick auf Microsoft Power Automate.

Darf ich Zapier unter der DSGVO nutzen?

Das ist möglich, wenn der Rahmen stimmt: Zapier bietet einen AV-Vertrag an und ist nach dem EU-US Data Privacy Framework zertifiziert, die Daten liegen aber in den USA. Klären Sie mit Ihrem Datenschutzbeauftragten, welche Daten durch Zapier laufen dürfen, und dokumentieren Sie die Übermittlung. Für sensible Daten sind Make mit EU-Region oder n8n oft die einfachere Lösung.

Kann ich von Zapier zu Make oder n8n wechseln?

Ja, aber die Workflows müssen im neuen Werkzeug in der Regel neu aufgebaut werden. Gehen Sie Ablauf für Ablauf vor, lassen Sie alt und neu kurz parallel laufen und schalten Sie den alten Workflow erst ab, wenn der neue sauber arbeitet.

Brauche ich Programmierkenntnisse für n8n?

Für einfache Workflows nicht, die Arbeitsfläche ist visuell. Für komplexe Logik, eigene Schnittstellen und vor allem für den Selbstbetrieb auf einem Server schon: n8n empfiehlt das Selbsthosten ausdrücklich nur erfahrenen Nutzern. Ohne dieses Wissen ist die n8n Cloud oder ein Dienstleister die bessere Wahl.

Quellen

Stand: Oktober 2026. Preise und Funktionen ändern sich häufig; maßgeblich sind die aktuellen Herstellerseiten. Keine Rechtsberatung.